STEFAN MAITZ
Die stille Dramaturgie
Spannung ohne Handlung – das ist vielleicht die feinste Form der Bewegung. Ich suche sie in meinen Bildern. Es geschieht nichts, und doch ist alles im Fluss. Die Dramatik liegt nicht im Ereignis, sondern im Zustand. Eine minimale Veränderung der Farbe, ein kaum merklicher Übergang kann die ganze Fläche kippen.
Ich empfinde diese Form der Dramaturgie als still, aber hochkonzentriert. Sie verlangt, dass ich jedes Detail ernst nehme, jede Pause, jede kleine Verschiebung. Es ist wie Musik mit Melodie und natürlich auch mit Rhythmus. Das Auge folgt einem inneren Impuls, der das Bild trägt.
Ich wünsche mir, dass der Betrachter diese Spannung spürt. Dass er das Schweigen hört, das unter der Oberfläche arbeitet. Dann ist das Bild wach. Es atmet. Und vielleicht ist das die wahre Dramaturgie meines Werks: eine Bewegung, die in der Ruhe liegt – wie ein Atemzug, der bleibt, ohne sich zu erschöpfen.