GERTI MAITZ

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Ich bin 1952 in Hatzendorf als fünftes von insgesamt sechs Kindern geboren. Wer wie ich in einer achtköpfigen Kleinbauernfamilie aufwächst, lernt früh zweierlei: Aufmerksamkeit ist kein Geschenk – man muss sie sich erarbeiten. 

Ich habe das auf meine Weise getan. Nicht laut und nicht demonstrativ. Sondern mit Schnelligkeit, mit Präzision und mit wacher Präsenz. Die flinken Bewegungen waren mein Geschick – sie waren meine Form von Selbstbehauptung. Nur wer schneller denkt und handelt, wird gesehen. 

Mit zwölf Jahren arbeitete ich bereits neben dem Schulbesuch in der Küche des Ortsgasthofs. 

Ich musste schon früh Verantwortung übernehmen. Später, als noch unserer Hochzeit ein unerwarteter Todesfall die Familie erschütterte, stellte ich ohne Zögern mein eigenes Berufsleben zurück und übernahm den Haushalt in der Familie meines Mannes. 

Nach der Geburt unserer Kinder kam irgendwann der Moment, an dem Haushalt und Kindererziehung mir nicht mehr genügten. Ich suchte nach neuen Betätigungsfeldern und Herausforderungen. Keramik faszinierte mich von Anfang an und ich begann, mich intensiv damit zu beschäftigen. 

Ton ist ein Material, das ungewohnten Widerstand leistet. Und Geduld verlangt. Ich begann ohne Unterstützung und ohne Ausbildung. Aber mit Ausdauer und Mut. Viele Versuche und Fehler waren notwendig: Glasuren, die meinen Anforderungen nicht entsprachen. Formen, die dem Ofen nicht standhielten. Doch genau hier und in diesem Prozess entstand wohl meine unverwechselbare Handschrift: klare geometrische Strukturen und reduzierte Formen. Damit habe ich mir ein Alleinstellungsmerkmal weit über die Region hinaus erarbeitet und quasi erformt. Was als frühe Selbstbehauptung begann, wurde nun mein künstlerischer Ausdruck. 

Und vielleicht ist genau das der Kern meiner Arbeit: Nicht nur gefallen wollen. Sondern auch bestehen wollen. 

Gerti Maitz